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BAFA-Förderungen

  • Das BAFA fördert einzelne Sanierungsmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik sowie die Optimierung Ihrer Heizung – mit 15 % Zuschuss, mit iSFP bis zu 20 %.
  • Die Förderung gilt bundesweit für alle Immobilieneigentümer – ob selbst genutzt oder vermietet, spielt keine Rolle.
  • Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, die Zuschüsse sind an bestimmte Bedingungen geknüpft – lassen Sie sich vorher beraten!
  • Den Heizungstausch fördert seit 2024 die KfW – mehr dazu unter KfW.

BAFA-Zuschüsse – die Übersicht

Das BAFA fördert deutschlandweit einzelne Sanierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, an der Anlagentechnik und zur Optimierung bestehender Heizungen (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen, BEG EM). Eine Komplettsanierung des gesamten Hauses ist für diese Zuschüsse nicht nötig. Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Maßnahme zusammen mit einem Energieeffizienz-Experten – so wissen Sie schon vorher schriftlich, ob zum Beispiel Ihre neuen Fenster gefördert werden. Zeitlich und bei der Wahl der Maßnahmen haben Sie mit dem BAFA eine hohe Flexibilität.

Der Tausch der Heizung selbst – etwa der Einbau einer Wärmepumpe oder Pelletheizung – läuft nicht über das BAFA, sondern über die KfW (siehe „Heizungsförderung der KfW“).

Stand: 28.10.2026 · Quelle: BAFA, Förderübersicht BEG EM (Stand 28.07.2026) und Programmseiten.

Gebäudehülle

Die Gebäudehülle umfasst alle Bauteile eines Gebäudes, die es vor äußeren Einflüssen wie Wetter, Lärm und Energieverlust schützen. In der Energieberatung spielt die Gebäudehülle eine entscheidende Rolle, da sie maßgeblich zur Energieeffizienz eines Gebäudes beiträgt. Dazu gehören unter anderem die Außenwände, das Dach, die Fenster und Türen sowie die Bodenplatte. Eine gut gedämmte Gebäudehülle minimiert den Wärmeverlust im Winter und den Wärmeeintrag im Sommer, was den Energieverbrauch senkt und damit Kosten spart. Darüber hinaus kann eine wirksame Gebäudehülle auch den Schallschutz verbessern und so für mehr Wohnkomfort sorgen. Eine ganzheitliche Betrachtung der Gebäudehülle ist daher von großer Bedeutung, um den Energieverbrauch zu reduzieren und die Nachhaltigkeit eines Gebäudes zu verbessern.

Das BAFA bezuschusst Maßnahmen an der Gebäudehülle mit 15 % der förderfähigen Ausgaben, mit iSFP-Bonus mit bis zu 20 %. Dass dieser wichtige Teil „nur“ so gefördert wird, ist zwar schade, aber besser als nichts. Förderfähig sind Ausgaben ab 300 € und bis zu 30.000 € für die erste Wohneinheit, jeweils 15.000 € für die zweite bis sechste und jeweils 8.000 € ab der siebten Wohneinheit. Mit einem iSFP verdoppeln sich diese Höchstgrenzen – für die erste Wohneinheit auf 60.000 €.

Anlagen­technik

Die Anlagentechnik umfasst insbesondere Lüftungsanlagen, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Smart-Home-Systeme – keine Heizungen. Ein effizientes Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung kann dazu beitragen, den Energieverbrauch zu reduzieren und den Komfort in Gebäuden zu verbessern. Gut geplante Lüftungssysteme sorgen für eine ausreichende Frischluftzufuhr und eine höhere Raumlufthygiene und sind bei vielen Dämmmaßnahmen unumgänglich. Oft amortisiert sich eine solche Maßnahme nicht, dafür steigern solche Extras den Verkaufswert einer Immobilie und sind teilweise für die Umsetzung anderer Maßnahmen nötig.

Der Zuschuss beträgt 15 %, mit iSFP kommen 5 % hinzu. Es gelten dieselben Höchstgrenzen wie bei der Gebäudehülle.

Heizungs­optimierung

Unter Heizungsoptimierung versteht man Maßnahmen, die eine bestehende Heizungsanlage effizienter machen – ohne den Wärmeerzeuger selbst zu tauschen. Gefördert wird in Bestandsgebäuden mit höchstens fünf Wohneinheiten, wenn die Heizung älter als zwei Jahre ist; Heizungen mit fossilen Brennstoffen dürfen höchstens zwanzig Jahre alt sein. Dazu gehören der hydraulische Abgleich einschließlich der Einstellung der Heizkurve, der Austausch von Heizungspumpen, die Dämmung von Rohrleitungen, Pufferspeicher, Flächenheizungen und Niedertemperaturheizkörper, der Umbau von Ein- in Zweirohrsysteme sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik.

Der Zuschuss beträgt 15 %, mit iSFP kommen 5 % hinzu.

Maßnahmen zur Emissionsminderung von Biomasseheizungen: Gefördert werden Maßnahmen, die die Staubemissionen von Feuerungsanlagen für feste Biomasse ab 4 Kilowatt Nennwärmeleistung um mindestens 80 % senken, ausgenommen Einzelraumfeuerungsanlagen. Der Zuschuss beträgt hier 50 %, einen iSFP-Bonus gibt es dafür nicht.

iSFP-Bonus

Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhalten Sie für Maßnahmen, die im Fahrplan stehen, einen Bonus von 5 %. Seit der Reform gilt dabei eine wichtige Einschränkung: Der Bonus wird erst ab förderfähigen Ausgaben von 30.000 € gewährt (bei einer Wohneinheit) – und nur für den Betrag, der darüber liegt. Diese Summe muss in einem einzigen Antrag erreicht werden; Kosten aus mehreren Anträgen werden nicht zusammengerechnet.

Der iSFP lohnt sich trotzdem oft: Er verdoppelt die förderfähigen Ausgaben, ist Voraussetzung für den neuen WPB-Bonus und gibt Ihnen einen klaren Plan für die Reihenfolge der Maßnahmen. Die Erstellung selbst wird ebenfalls bezuschusst – mehr dazu beim Sanierungsfahrplan.

Worst-Performing-Building-Bonus (WPB)

Voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2027 gibt es für Dämmmaßnahmen an besonders schlecht gedämmten Gebäuden einen zusätzlichen Bonus von 5 %. Voraussetzung: Die Maßnahme ist Teil eines geförderten iSFP. Eine Mindestinvestition gibt es hier nicht; der Bonus wird für höchstens drei Anträge gewährt.

Fachplanung und Baubegleitung

Die Planung und Begleitung durch einen Energieeffizienz-Experten wird zusätzlich mit 50 % bezuschusst – bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis zu 5.000 €, bei Mehrfamilienhäusern bis zu 2.000 € je Wohneinheit, insgesamt höchstens 20.000 €.

Fazit

Zeitliche Flexibilität, prozentuale Förderungen und individuelle Maßnahmen, ohne „alles“ am Haus sanieren zu müssen, machen die Förderungen attraktiv. Die genaue Planbarkeit durch den iSFP rundet das Paket ab. Der einzige Nachteil: Sie müssen zunächst in Vorleistung gehen und erhalten die Förderung erst nach der Ausführung. Wer also keine flüssigen Mittel hat oder diese nicht in das Haus stecken möchte, muss unter Umständen trotzdem finanzieren.

FAQ

Häufige Fragen

BAFA oder KfW – wer fördert was?

Das BAFA bezuschusst Einzelmaßnahmen an Gebäudehülle und Anlagentechnik, die Heizungsoptimierung, Fachplanung und Baubegleitung sowie die Energieberatung mit Sanierungsfahrplan. Die KfW fördert den Heizungstausch mit einem Zuschuss, die Sanierung zum Effizienzhaus mit einem Kredit und den Neubau – mehr unter KfW.

Brauche ich einen Energie­effizienz-Experten?

Für Maßnahmen an der Gebäudehülle ja: Ein Energieeffizienz-Experte aus der Expertenliste des Bundes erstellt die nötigen Bestätigungen für Antrag und Nachweis. Bei anderen Maßnahmen hängt es vom Förderbereich ab – wir sagen Ihnen im Erstgespräch, wer welche Bestätigung ausstellen darf.

Kann ich BAFA- und KfW-Förderung kombinieren?

Ja, für unterschiedliche Maßnahmen – zum Beispiel die Dämmung über das BAFA und den Heizungstausch über die KfW. Dieselben Kosten dürfen aber nicht doppelt gefördert werden.

Wann wird der Zuschuss ausgezahlt?

Nach Abschluss der Maßnahme: Sie reichen die Rechnungen und den Verwendungsnachweis ein, nach der Prüfung zahlt das BAFA aus. Sie gehen also zunächst in Vorleistung.

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